Trau dich Literatur
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       Bericht des Perlenlese Solo-Abends vom 18. Mai 2o17
       von Michael Meisels

Lesung mit Augen- und Ohrenzwinkern.

       
       Ein gelungener Abend. Zufrieden die Herren Oliver Kunz (Dockenhuden S), Ulrich Kulicke
       (Autor und Leser) und Michael Meisels (Perlenlese-Initiator).

Ein Perlenlese Solo-Abend der Extra-Klasse: Ulrich Kulickes tönende Reim-Show sprengte den Rahmen einer Lesung - schon gar eines "Trau dich Literatur-Vortrags". Denn der Mann traut sich was - und das mit all seinen Mitteln, Medien und Talenten. Ulrich Kulicke "unterrichtete" seine Zuhörer humorvoll und versiert über die aparte Art des Menschen. Mit seinen meisterlich gereimten und rhythmisch tadellos fließenden Versen in feinster Wilhelm-Busch-Tradition, kongenial untermalt von Bildern und Illustrationen, ebenfalls wie Busch, riss er sein Publikum zu Jubelstürmen hin.
  
Obendrein löste er auch ein altes Versprechen ein, der Perlenlese-Gemeinde etwas auf dem Saxophon vorzutragen. Was er diesmal ausgiebig tat. Kulicke war bestens vorbereitet und so artete der Abend in ein fröhliches Wunschkonzert aus. Was wäre aus Wilhelm Busch geworden, wenn auch er noch so gut hätte Saxophon spielen können?


       Bericht des Perlenlese Solo-Abends vom 23. März 2o17
       von Michael Meisels

Abgehoben zu Lande, zu Wasser und in der Luft.

       
       Christian Klippel, wildester Träger der Perle von Blankenese, las u.a. aus seinem Roman
       "Verdammt schönes Leben".

Nach und nach trafen die Gäste ein im Dockenhuden S. Noch immer schien sich die Verwirrung der neuen Adresse zusammen mit einem in Umlauf geratenen falschen Termin auf die Besucherzahlen auszuwirken. Doch letztendlich war der Saal gefüllt und es konnte losgehen.
  
Anschnallen und das Rauchen einstellen. Christian Klippel startete die Lese-Rundreise mit einem rasanten Kapitel aus seinem Roman "Verdammt schönes Leben". Und Sekunden später knatterten wir auf einer Vespa durch Italien und begleiteten drei durchgeknallte Jugendliche auf ihrer Flucht durchs Leben. Es folgte das köstlich gereimte Flug-Erlebnis der Kuh Audumbla, das bei allen Zuhörern die Lachmuskeln zum Flattern brachte. Schließlich hörten wir einen Auszug aus Klippels noch unveröffentlichtem Roman "Hoffnung kostet extra". Darin ging es ins Wasser und wir erfuhren, dass Koi-Karpfen besonders teuer sind, vor allem, wenn sie die Farben der japanischen Flagge tragen. Ganz zu schweigen von einem absolut unbezahlbaren Exemplar, das in den deutschen Farben daher schwimmt.   
  
Man war sich einig, einem literarischen Überflieger gelauscht zu haben. Vielen Dank Christian Klippel.


       Bericht des Perlenlese Solo-Abends vom 12. Januar 2o17
       von Michael Meisels

Köstliches Gestammel.

       
       Launigste Literatur im Motorraum der S- und Trink-Kurve des Dockenhuden S.

Volles Haus trotz gleichzeitiger Eröffnung der Elbphilharmonie. Na und! Entsprechend geschickt ausgelesen war die Wahl des ersten Blankeneser Perlen-Trägers, der wie zu erwarten zahlreiche Fans in die neue Perlenlese-Manege, den Motorraum des Dockenhuden S zog.
  
Ein Auftakt mit Zugpferd-Charakter. Hawe Herbig, nach eigener Aussage "ein alter Zirkusgaul der gereimten Satire", eröffnete die Reihe der Perlenlese Solo-Abende mit seinem höchst amüsanten Zug durch Blankeneser Gegebenheiten und Standpunkte. Pointiert und spitz, aber nie verletzend, vergnügte er uns mit einer Auswahl aus seinem "Gesammelten Gestammel", wobei sein Vortrag zwar gesammelt, aber gar nicht gestammelt wirkte.   
  
Literarisch launig unterhalten und getränke-mäßig bestens versorgt verlebten zahlreiche Poetry-Fans einen kurzweiligen Solo-Abend in der S- und Trink-Kurve der Dockenhudener Straße 1.


       Bericht des ersten Perlenlese Solo-Abends vom 10. November 2o16
       von Michael Meisels

Gut gefunden.

       
       Der Saal des Dockenhuden S füllt sich. In gespannter Erwartung harren neue Gäste
       neben wohl vertrauten Perlenlese-Aktiven.

Ob die neue Adresse der Perlenlese-Blankenese gut gefunden wird, nämlich ab jetzt in der Dockenhudener Straße 1, das konnte man daran erkennen, wie viele Zuhörer es in die eigentlich nicht zu übersehende Cafe-Bar in der S-Kurve schaffen würden. Zugegeben, es waren noch nicht viele. Hoffentlich hatte sich niemand in die Eisdiele verlaufen.
  
Aber ob das neue Perlenlese-Konzept gut gefunden wird, das konnte man am letzten Beifall der Gäste ablesen. Und der war am Ende des Abends recht üppig.
  
Initiator und freiwilliger erster Vorleser Michael Meisels gab ein launiges Kapitel aus seinem Roman TEACHWARE zum Besten. Das brachte den Saal schon mal in heitere Stimmung. Und nach einer kleinen Pause band Meisels dem Publikum mit einer seiner Kurzgeschichten noch eine vergnügliche Text-Schleife, die mit überschwänglichem Applaus bedacht wurde.
  
Nach Aussagen einiger Ohrenzeugen wurde dieser erste Perlenlese Solo-Abend ziemlich gut gefunden und man freut sich auf den nächsten.


       Bericht der Perlenlese vom 5. Juni 2o14 von Michael Meisels

Die Perlen-Sammlerin von Blankenese.

       
       V.l.n.r.: Initiator Michael Meisels sowie Süleyman Deveci, Ulrich Kulicke, Klaus Boje, Mari
       Bloemen, Corinna Dietrich, W. "Atze" Altekrüger, Martina Graf-Berendsen, Henny Halbach
       und Ada Dannenberg (Foto: E. Frank).

Draußen war es noch hell, man bestellte weiterhin bunte Kugeln durch die Eis-Klappe und saß noch auf dem Vorplatz unter Schirmchen. Ein neuer Reiz für die Perlenleser, die im Innern der Casa del Gelato an winterliche Behaglichkeit gewöhnt sind. Und nun griff der Sommer nach ihren Gedichten und Geschichten.
  
Summertime hieß auch der Titel, den Ulrich Kulicke den Zuhörern auf dem Saxofon versprach. Nach den Text-Beiträgen, versteht sich. Im offiziellen Perlenlese-Programm wurde man dann wieder hin- und hergeschüttelt von heiteren Gedichten für den Augenblick. Über Besinnliches zum Thema: Genieße den Moment. Oder kuriose Aufklärung über die Isabellen-Farbe. Bis hin zu ernsthaften Einsichten über die Finanz-Mafia. Der typische Perlenlese-Mix eben.
  
Humor siegt. Die positiven Reime von Mari Bloemen haben es auch diesmal wieder an die Spitze geschafft und der Autorin ihre dritte Perle von Blankenese beschert. Womit sie ihre Sammlung auf eine Perlen-Kette vorantrieb. Im Trubel der Gratulationen und Zugaben geriet das Saxofon-Angebot leider in Vergessenheit. Doch zur nächsten Perlenlese nach der Sommerpause sollten wir daran erinnern.


       Bericht der Perlenlese vom 3. April 2o14 von Michael Meisels

Lese-Perlen - von komisch bis kriminell.

       
       Initiator Michael Meisels sowie die Autoren/innen v.l.n.r.: Mari Bloemen, Hans Jürgen Wils,
       Gerhard Zimmermann, Ulrich Kulicke, Klaus Boje, Henny Halbach, Aurelia L.Porter
       und Hans Krech. (Fotos: Marvin Schneider)

Und wieder traf sich der Klub der lebenden Dichter zur Perlenlese Blankenese in der Casa del Gelato. Dem regulären Slam voran blitzte diesmal das nachzutragende "Stechen" der Perlen-Helden vom Januar auf. Und hier flogen die Wort-Fetzen, setzte es Tinten-Hiebe und funkelte das Florett der Formulierungen. Seine Gegner ausgestochen hat schließlich Hans Jürgen Wils, der taktisch geschickt die Perlenlese selbst zum Gegenstand seiner gereimten Sticheleien machte und damit die Juroren wie auch den Initiator begeisterte. Die Perle des Januars war ihm sicher.
  
Es folgten weitere Autoren, die um die April-Perle rangen. Der Mix von bekannten und neuen Lesern stimmte wieder. Und nach einigen gereimt komischen Beiträgen kamen auch drei Prosa-Texte zum Vortrag. Einer davon spielte sogar ins Kriminelle.
  
Es bleibt spannender als bei der Bundesliga. Denn beim Slam von Blankenese gibt es keine klaren Abräumer. Wer bei einer der letzten Lesungen haushoch gewann, kann diesmal weit im Mittelfeld landen.
  
So las sich auch ein neues Gesicht gleich an die Spitze. Von der Pampelmuse geküsst zeigte sich Klaus Boje, der mit seinem Beitrag den rechten Ton traf, die Gunst der Jury fand, kaum noch einzuholen war und am Ende des Abends die Perle von Blankenese küssen konnte.
  
Danke allen Autoren und Trau-dich-Lesern. Am 5. Juni um 19.3o Uhr geht es weiter, wieder in der Casa del Gelato. Es sind noch Autorenplätze frei. Infos und Anmeldungen unter www.perlenlese.de Lassen Sie von sich hören.


       Bericht der Perlenlese vom 23. Januar 2o14 von Michael Meisels

Drei Sieger - und nur eine Perle.

       
       Autoren v.l.n.r. hintere Reihe: Gerhard Zimmermann, Hans Jürgen Wils, Initiator Michael
       Meisels, Ulrich Kulicke, Hans Krech, vordere Reihe: Mari Bloemen, Helga Fries, Corinna
       Dietrich, Annette Cordes (Foto: E. Frank).

Dass es diesmal nur 6 angemeldete Autoren gab, war kurz vor Beginn der Veranstaltung kein Thema mehr, denn es fanden sich unter den Zuhörern zwei Leser, die spontan etwas vortragen wollten. Das passte.
  
Ebenfalls in guter Verfassung war diesmal auch die Ton-Anlage, die den Lesern mehr Gestaltungsraum zum Sprechen bot. Man musste nicht mehr fast ins Mikro beißen sondern konnte frei dahinter stehen und wurde trotzdem auch an den hintersten Tischen klar verstanden.
  
So gab es wieder vom heiter Gereimten bis zum engagierten Prosa-Beitrag alles, was den Perlenlese-Mix ausmacht. Es hätte so schön laufen können. Doch schon bald zeichnete sich ein Lese-Duell zweier Autoren mit Punkt-Gleichstand ab. Und bei dem durchweg hohen Niveau kam auch noch ein dritter hinzu. Kopf an Kopf lagen schließlich: Ulrich Kulicke, Gerhard Zimmermann und Hans Jürgen Wils.
  
Es gab also drei Sieger - aber nur eine Perle zu gewinnen. Ein "Konflikt", den man sich gerne gefallen lässt. Das hätte noch ein spannendes Stechen geben können, wenn - ja wenn die drei Sieger damit gerechnet und einen Zugabe-Text in der Tasche gehabt hätten. Dies war leider nicht der Fall. Und nach kurzer Diskussion kam man zu der Entscheidung, die Perle von Blankenese einzubehalten und die drei Sieger beim nächsten Mal erneut gegeneinander antreten zu lassen.
  
Wir sind gespannt auf die nächste Perlenlese Blankenese Ende März oder Anfang April, natürlich wieder in der Casa del Gelato. Neue Autoren sind noch willkommen - Gäste natürlich auch. Infos und Anmeldung unter: www.perlenlese.de oder facebook/perlenlese


       Bericht der Perlenlese vom 7. November 2o13 von Michael Meisels

Perlen für die Treue: ein "ausverkauftes" Haus.

       
       Im November traten an: hintere Reihe v.l.n.r.: Mrs.Ice, W.Atze Altekrüger, Jan Ladiges,
       Ulrich Kulicke, vordere Reihe: Initiator Michael Meisels, Adrienne Friedlaender, Mari Bloemen,
       Hawe Herbig, Marina Kramper (Fotos: E. Frank)

Im hoffnungslosen Warten auf den Sommer lies sich die Sommerpause bis in den November verzögern. Doch nun ging es weiter mit der Perlenlese Blankenese. Der inzwischen gemeldete Leser-Mix versprach Abwechslung: vier frische Autoren und vier in dieser Reihe schon bekannte Gesichter. Gäbe es Eintrittskarten, sie wären ausverkauft. Denn die Casa del Gelato füllte sich bis fast auf den letzten Platz. Nur am Tisch direkt vor dem Geschehen wollte niemand sitzen.
  
Nach dem als Einstimmung gedachten, aber etwas zu länglichen und vielleicht auch zu absurden Zahlenfindungs-Text von J.J.Jesteburg ging es ans Kette-Lesen, heimatlich eröffnet von Jan Ladiges mit allerhand "Dödelkrom", dem ersten plattdeutschen Vortrag in der Bahnhofstraße. Manche verstanden auch nur diesen, andere alles. Leichter wurde es mit Hawe Herbig, der mit gewohnt "Sinnigem und Unsinnigem" gleich hoch einstieg. Worauf Adrienne Friedlaender uns mit ihrer Krimi-Geschichte "Verlorene Schätze" auf Spannung hielt. Kein leichtes Spiel hatte danach W.Atze Altekrüger, der ohne Mikro seinen Traum vom "Traumhaus an der Au" zum Besten gab. Mit 5 Gedichten zu den "Jahreszeiten", man zähle noch mal nach, lag Ulrich Kulicke dann Kopf an Kopf mit Hawe Herbig. Doch die Spannung währte nicht lang, denn kurz darauf setzte Mari Bloemen einen drauf und erklomm mit ihrem "Navi-TomTom-Gedicht" die Spitze. Das konnte Marina Kramper mit einem Auszug aus ihrem Roman "Seelensurfer" nicht mehr überbieten. Auch nach der Fischer-Geschichte "Satori" von Mrs. Ice führte unangefochten Mari Bloemen und gewann damit als erste Perlenleserin zum zweiten Mal die Perle von Blankenese, eine für jedes Ohr. Grund genug, uns noch ein paar kleine Zugaben vorzutragen, an denen sie ihr Reim-Vermögen unter Beweis stellte.
  
Kleine Pannen erhalten die Freundschaft - zur nächsten Perlenlese Blankenese Mitte Januar 2o14 klappt hoffentlich auch wieder die Technik. Alt bekannte wie neue Autoren können sich ab sofort anmelden unter: www.perlenlese.de


       Bericht der Perlenlese vom 23. Mai 2o13 von Michael Meisels

Je bunter die Perlen - desto schöner der Abend.

       
       Im Mai lasen v.l.n.r. die Autorinnen und Autoren: Leo Dyogenes, Mari Bloemen, dahinter
       Initiator Michael Meisels, Valerie Lia Laubsch, Heike Bechly, dahinter Ludger Weß,
       Ulrich Kulicke, Hans Krech und Criticus. (Fotos: E. Frank)

Geht's noch? Hat Blankenese genug Autoren, mit denen man alle zwei Monate ein vielseitiges Perlenlese-Programm mit möglichst neuen Gesichtern aufstellen und das Haus voll bekommen kann?
  
Und ob. Sieben von acht Slam-Plätzen waren schnell mit neuen, frischen Perlenlesern vergeben, lediglich Mari Bloemen, die Siegerin der letzten Perlenlese trat nochmals an das Mikrofon. Mit gewohnt frechen Versen über Behörden-Schwachsinn und Yoga-Irrsinn verteidigte sie ihren Platz.
  
Der typische Perlenlese-Mix aus Lyrik und Prosa, ernsten und heiteren Texten stimmte mal wieder. Und erstmals gab es eine größere Bandbreite von Senior- und Junior-Autoren.
  
Ausgerechnet die jüngste Leserin, Valerie Lia Laubsch (16 Jahre) konfrontierte uns mit dem schwersten Thema des Abends: die Frage nach den Ursachen des Krieges. In Gedichtform! Liebe Valerie: Hut ab.
  
Eine so wache Jugend sorgt für Zukunfts-Optimismus. Der war nämlich gerade verloren gegangen, weil wir vorab ein absolut zukunfts-bedrohliches Kapitel aus dem Roman "Oligo" hörten, vorgelesen von Ludger Weß, dem Autor.
  
Herrlich absurd dann der Beitrag von Heike Bechly, der es dank ihres Humors beinahe gelang, uns ihre Krankheit (Parkinson) als die bessere Alternative zum Gesundsein zu verkaufen. Über sich selbst zu lachen ist schon ein sehr sympathischer Zug - über seine eigene Krankheit zu lachen, das ist höchste Lebenskunst.
  
Im Anschluss überzeugte uns Leo Dyogenes davon, dass sein Treppenhaus über Zauberkräfte verfügt und ihn damit narrt, sich ständig neue Treppen auszudenken. Dass er im 5. Stock ohne Fahrstuhl nach und nach alle Freunde verliert ist schlimm - hier hat er mit seinem Vortrag ein paar neue gewonnen.
  
Erstmals kam auch ein Perlenleser mit türkischem Hintergrund zu Wort. Criticus, wie sollte es anders sein, fasste seinen Frust über das krasse Hamburger Wetter in sehr deutliche Worte. Ein verbaler Niederschlag, vorwiegend stürmisch bis wolkig.
  
Kurz darauf vermittelte uns Hans Krech die nahezu gleiche Hamburg-Thematik vom sturmzer-
zausten Hafen, allerdings in wohlgeformten Versen, was die unbehaglichen Bilder verklärte und damit etwas leichter verdaulich machte.
  
Höchst amüsant war dagegen der Vortrag von Ulrich Kulicke. Mit brillanten Versen über einzelne Körperteile des Menschen öffnete er uns die Augen, Ohren, Nase, Mund und mehr. Die heiße Begeisterung im Eiskaffee brachte ihm damit die Perle von Blankenese. Vollauf verdient. Was ihn dazu bewegte, in einer Zugabe noch die menschlichen Beine auf den Arm zu nehmen.
  
Aber Sieger hin, Sieger her - natürlich war wieder einmal jeder Perlenleser der Beste. Und jeder empfing den begehrten Liebesperlen-Pokal. Nach diesem Mai-Slam im feucht-fröhlichen Frühling machen wir erst einmal eine hoffentlich nicht zu nasse Sommerpause, um dann im goldenen Herbst trocken und eiskalt wieder zur nächsten Perlenlese aufzurufen. Wer bis dahin etwas schreiben möchte oder bereits geschrieben hat, der möge sich ruhig schon für den 7. November anmelden. Neue Autoren sind ab sofort willkommen hier unter www.perlenlese.de


       Bericht der Perlenlese vom 21. März 2o13 von Michael Meisels

Die März-Perlenlese - ein "voller" Erfolg.

       
       Wen haben wir denn da? V.l.n.r.: W. Atze Altekrüger, Hans Jürgen Wils, Annette Cordes,
       Mari Bloemen, Thies Thiessen, Michael Meisels, Jan Balu und HaWe Herbig. Hier nicht
       im Bild: Hans Henning Teetzmann. (Fotos: E. Frank)

19.3o Uhr war abgemacht. Bei der letzten Perlenlese hatten wir uns auf diese Anfangszeit geeinigt. Nun war es schon viertel nach sieben - und kein Schwein war da. Pardon. Ein Autor, den ich von früher kannte, war auch schon früher da, trank schon Kaffee und machte mir schon Mut. Nun trank ich mit ihm und wir sahen zusammen auf die Tür. Kommen noch welche?
  
Ich hatte ihn persönlich eingeladen, ja angefleht, er möge mitmachen, weil ich befürchtete, diesmal würden nicht so viele Autoren zusammenkommen. Blankenese ist ausgeschöpft. "Mach doch eine Perlenlese Groß-Hamburg! Dann kommen vielleicht auch welche aus Poppenbüttel und so." Ich bat ihn zu schweigen.
  
Ein paar Minuten später, als sei ein Bus gekommen, drängten sich Scharen von Autoren und Gästen in die Casa del Gelato und füllten den Laden bis fast auf den letzten Platz. Eiskaltes Timing. Und voll war die Eisdiele - danke - Blankenese lässt mich nicht im Stich.
  
Sieben Autoren waren gemeldet und gekommen. Doch unter den zahlreichen Gästen war auch einer, der hier letztens schon Begeisterung ausgelöst und eine Perle abgeräumt hatte: HaWe Herbig. "Hätten Sie nicht Lust, die Nummer 8 zu sein?" Er hatte.
  
Und ab ging das Kette-Lesen, wie immer in abwechslungsreicher Folge, auf Regen folgt Sonne,
auf Fantastisches folgt Dramatisches, auf besinnliche Gedanken folgt gereimter Unsinn. Perlenlese at its best.
  
So erforschten wir mit Jan Balu auf einem Wassertropfen den menschlichen Körper. Gleich darauf machte uns Atze Alteküger klar, was er unter einer Seerose verstand. Während uns Annette Cordes auf eine Zeitreise in die ehemalige "Zone" mitnahm. Kaum war man mit Hans Henning Teetzmann wieder zurück im modernen Telecom-Chaos, da schickte uns Thies Thiessen abermals in die Vergangenheit zu seinem friesischen Opa, der es mit Libellen nicht so hatte. Noch ganz gerührt und amüsiert berichtete Hans Jürgen Wils von einem anderen Poetry-Slam-Erlebnis unter Hamburgs Studentenschaft. Und schließlich erfüllte HaWe Herbig die in ihn gesetzten Erwartungen und verbreitete gereimte Heiterkeiten bis zum Abwinken. Höhepunkt und Entdeckung des Abend aber war eine kleine Frau, die es mit sympathischer Dreistigkeit einfach mal wissen wollte: Mari Bloemen. Ihr Vortrag, ein Ausbund an frechem Witz und perfekt gereimter Form, brachte ihr Beifallsstürme und, mal eben, die Perle des Abends ein. Hoch verdient. Lässiger geht's nicht.
  
Sieht aus, als ob die Perlenlese Blankenese von Mal zu Mal immer interessanter wird. Aber: Alles neu macht der Mai. Ich bin gespannt auf den 23. Frische Autoren sind willkommen. Infos und Anmeldungen hier unter www.perlenlese.de/kontakt


       Bericht der Perlenlese vom 17. Januar 2o13 von Michael Meisels

Perle an Perle glänzte beim "Kette-lesen".

       
       Im gemütlichen Ambiente des Literatur-Eiscafés versammelten sich fast die selben Leute.
       (Foto: David Frank)

Da waren Sie wieder, die Autoren vom letzten Mal. Darunter solche, die diesmal nur zuhören wollten. Und Zuhörer vom letzten Mal, die diesmal auch etwas Eigenes vorlesen wollten. Mit anderen Worten: Im gemütlichen Ambiente des Literatur-Eiscafés versammelten sich fast wieder    die selben Leute. Verdammt, dachte ich, hier etabliert sich eine Perlenlese-Clique.
  
War das nicht genau der Grund, wogegen ich die Perlenlese ins Leben gerufen hatte; um der Poetry-Blase des Hamburger Slam-Klüngels etwas entgegen zu setzen. Gibt es nun auch eine geschlossene Blankeneser Slam-Szene?
  
Bitte nicht. Obwohl - es wäre nicht das Schlechteste. Denn die Qualität der gelesenen Beiträge war beachtlich. Und, keine Angst, zum Ausgleich waren auch ein paar neue Schreiber und Leserinnen dabei, die für Abwechslung sorgten. Hier wurde Kette gelesen. Von einem liebevoll erzählten Wintermärchen bis zu den mahnenden Liedern für die Mutter Erde - neue literarische Farben, neue Ansprüche.
  
Die Perle von Blankenese gewonnen - doch darum geht es nicht wirklich - hat "Audhumbla", der Höhenflug eines Rindviehs. Christian Klippel ließ hier mit stürmischen Reimen die Kuh steigen -    und die Leute lagen vor Lachen unter den Eistischen. Und wer sich davon gerade erholt hatte, der wurde vom knapp unterlegenen Hans Henning Teetzmann gleich wieder mit humorigen Versen in die Knie gezwungen. Selten so gelacht.
  
Ernste, schwere Texte gewinnen nicht oft. Doch sie werden gehört und verstanden, trojanisch verpackt in leicht Verdauliches. Das Konzept des "Kette-lesens" im Slam-Modus greift. Und sorgt für unvergessliche Abende.
  
Mein Dank gilt den Autoren und Trau-dich-Lesern. Man sieht sich wieder. Am 21. März 2o13 um 19.3o - wohl wieder in der Casa del Gelato. Es sind noch Autorenplätze frei. Melden Sie sich unter: www.perlenlese.de Und lassen Sie von sich hören.


       Bericht der Perlenlese vom 8. November 2o12 von Michael Meisels

Ein Sängerwettstreit ohne Musik - das hat geperlt.

       
       Es lasen die Autorinnen und Autoren v.l.n.r.: Annette Cordes, Jan Balu, Ada Dannenberg,
       Christian Klippel, Hawe Herbig, Initiator Michael Meisels, die Autoren Atze Altekrüger und
       Maximilian v. Hohnheim. (Fotos: Elke Frank)

Langsam trudelten sie ein, gegen 19.oo Uhr, die sieben angesagten Poeten und Autorinnen von um die Ecke bis Rissen. Und wenn jeder nur einen Freund oder Verwandten verpflichten konnte, dann sind wir schon zu vierzehnt, dachte ich. Es wurden mehr und mehr. Da mussten also auch eine Menge "Freiwillige" unter den Besuchern sein, besonders wertvolle, weil neutrale Zuhörer,
die sich hoffentlich als Juroren meldeten. Sanftes, indirektes Licht beschien die leider nicht selbst leuchtenden Muranoglas-Lüster der Casa del Gelato und sorgte für eine helle Eis-Atmosphäre, ausgeschmückt vom Rot und Gold des Inventars. Wird man sich in so einem Ambiente auf Literatur konzentrieren können?
  
Man konnte. Eiskalt. Na, dann wollen wir es mal perlen lassen. Ich stieg ein in die Moderation und erläuterte zunächst einmal für die Nicht-Szene-Kenner den Poetry-Slam-Modus. Nicht alle Perlen-
leser waren begeistert. Im Stehen lesen?! Und auch noch bewertet werden?!
  
Zwei Autorinnen und fünf Autoren traten an und mussten sich unmittelbar nach ihrem literarischen Perlen-Vortrag die Flagge zeigen lassen. Und die Urteile der spontan rekrutierten Juroren kamen so ziemlich aus dem Bauch. Ist das fair? Wird das der Sache gerecht? Ich finde: Ja. Gegenüber den Perlenlesern, die sich trauen, offen vor Publikum ihre eigenen Werke vorzutragen, darf man sich nicht mit geheimen Abstimmungen verstecken. Man muss ihnen ebenso offen und Auge in Auge seine Note zeigen. Tapfer - und zum Spaß. Denn allzu ernst sollte man dieses Texten um die Wette nicht nehmen.
  
Bei Spaghetti-Eis oder Cafe Latte wurde man hin und her gerissen von sich reimender Lebens-
freude bis hin zu bewegender Prosa. Und genau diese Achterbahn der Emotionen machte den Reiz der ersten Poetry-Slam-Veranstaltung Perlenlese Blankenese aus. Großartig waren sie alle und ehrlich gesagt: jeder war der Beste.
  
Dennoch verdient gewann der Autor Hawe Herbig die Perle von Blankenese. Einig war man sich, dass eine regelmäßige Perlenlese nun zur Blankeneser Tradition werden sollte. Ob es bei der coolen Eisdielen-Location bleibt - man wird sehen. Die nächste Perlenlese ist am 17. Januar. Frische Autoren sind willkommen. Näheres hier unter www.perlenlese.de/termine
.


Ulrich Kulicke traf den guten Ton im Bild, Text und Musik.


Weitere Bilder
und Kommentare zu vorherigen Perlenlese-Veranstaltungen.


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